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Die Grenzen des Körpers

News vom 29.07.2010


In diesem Artikel wollen wir mal etwas ansprechen, was sicherlich viele Achterbahn-Fans, aber auch Gelegenheits-Rider interessieren dürfte. Was kann ein Körper verkraften und ab wann wird es vielleicht sogar gefährlich für den Organismus. Außerdem sprechen wir über die Sicherheitsvorschriften an den Thrill-Rides und den Sinn solcher Einschränkungen.

 

Übelkeit:

Grundsätzlich ist das wohl die häufigste Begleiterscheinung bei einem Thrill-Ride. Immer wieder trifft es Menschen, die sich vielleicht zu viel zumuten oder gar von einer Gruppe gedrängt werden. Doch woher kommt das eigentlich und warum haben das einige Menschen nicht?

Der Hauptgrund einer Neigung zur Übelkeit ist laut wissenschaftlichen Studien genetisch bedingt. Schuld daran ist der Gleichgewichtssinn, der bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Ist dieser von Geburt an schwach ausgebildet, kann es schneller zum Empfinden der Übelkeit kommen. Auch wenn man noch so willenstark oder mutig ist, so kann man diese Tatsache nicht verändern. Sicherlich kann man den Sinn ein wenig trainieren, doch bleibt er wahrscheinlich immer ein kleiner negativer Faktor.

Daher sollte man grundsätzlich niemanden dazu überreden, wenn man nicht mehr möchte. Das sollte eines der obersten Gebote in Sachen Achterbahn-Spass sein.

Ein weiterer Grund für schneller einsetzende Übelkeit kann der Genuss von Alkohol sein. Dadurch wird der Gleichgewichtssinn auch entscheidend beeinflusst und nicht umsonst ist auf den Hinweisschildern der Bahnen der Zutritt von angetrunkenen Personen untersagt.

Gegen Übelkeit ist das beste Mittel, wenn man einfach mal eine Pause einlegt und eventuell einen Schluck Cola zu sich nimmt. Dies ist in der Regel schon eine gute Lösung und nach gut 30 Minuten kann es manchmal schon weiter gehen.

Normale und frei in Apotheken erhältliche Mittel gegen Übelkeit helfen bei diesen Symptomen eher nicht, da es ja numal keine Magenverstimmung, sondern eher ein Warnsignal des Körpers ist.

Ignorieren ist die schlechteste Wahl, denn dann ist das Ergebnis leicht vorauszusehen.


Schwindelgefühl:


Auch das Schwindelgefühl ist nicht unbedingt zu unterschätzen. Wie auch bei der Übelkeit, handelt es sich um ein Warnsignal des Gleichgewichtssinns. Meist ist das allerdings wesentlich schneller wieder verschwunden. Bei Bahnen mit vielen Überschlägen, kann es häufiger auftreten und manchmal ist es die Vorstufe der Übelkeit. Man sollte es also auch nicht einfach ignorieren, sondern besser eine kleine Pause machen.


Höhenangst


Eine psychische Angelegenheit ist die Höhenangst. Sie ist nur sehr schwer zu überwinden. Die meisten Menschen mit wissentlichen Problemen meiden die hohen Achterbahnen. Wer dennoch einsteigt, der kann eigentlich davon ausgehen, dass es außer einem Glücksgefühl oder Erleichterung keine Nebenwirkungen hat. Durch psychischen Druck kann in manchen Fällen eine Art Schwindel auftreten.

 

Was kann ein Körper überhaupt verkraften?

Die Geschwindigkeit ist momentan ein wichtiger Faktor, was die Thrill-Rides angeht. Nachdem eigentlich der "Ring°Racer" am Nürburgring die schnellste Achterbahn der Welt werden sollte, wurde sie von der Bahn "Formula Rossa" überholt. Mit 240 Stundenkilometern ist sie bei ihrer Eröffnung in wenigen Tagen die schnellste Achterbahn der Welt. Doch - ist das schon die Grenze des Machbaren? 

Sicherlich werden sich die Entwickler in den nächsten Jahren noch etwas krasses dazu einfallen lassen.Vermutlich sind es eher technische Grenzen, als körperliche Grenzen. Die höchste Beschleunigung die je ein Mensch freiwillig erfahren hat sind übrigens 1017 km/h. Die Kraft bei der Abbremsung in 1,4 Sekunden betrug dabei unglaubliche 46,2g.

Entscheidender ist da vermutlich die Beschleunigung und die daraus resultierenden Kräfte, die auf den Körper wirken. Fast jeder wird sicherlich schon einmal in den Genuss der Entgleisung sämtlicher Gesichtszüge bei einem Coaster gekommen sein. Hier wirken teilweise bei den Beschleunigungs-Bahnen enorme Kräfte.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den positiven und den negativen g-Kräften. Die negativen Kräfte erlebt man beispielsweise bei einer Abfahrt im FirstDrop und die positiven Kräfte wirken, wenn man unten angekommen ist und eine Kuhle zur nächsten Auffahrt durchfährt. Auch hier ist natürlich die körperliche Grundverfassung nicht unerheblich doch bei kurzeitig auftretenden Kräften kann man bedenkenlos genießen. Erst bei länger anhaltenden Kräften kann es gefährlich werden.

Man sagt, bei 2-3g entgleisen die Gesichtszüge, bei 3-4g wird das dann noch extremer und bei 4-5g kann es durchaus zu einer Art Blackout kommen. Ab 5-6g sollte man schon aufpassen, denn empfindliche und körperlich eingeschränkte Menschen neigen sogar zur Bewusstlosigkeit. Dies sind aber nur absolute Ausnahmefälle! Einige Bahnen bieten kurzzeitige Kräfte von über 5g. Die Obergrenze in Deutschland liegt klar definiert bei 6g. Normale und gesunde Menschen hingegen haben deutlich höhere Grenzen. Erst ab eine Zahl von 10g ist eine Ohnmacht wahrscheinlich und erreicht der Wert 14g besteht Lebensgefahr.

 

Sicherheitsbestimmungen

Vor den Achterbahnen findet man meist gut sichtbar eine Tafel mit den wichtigen Sicherheitsbestimmungen. Gerade die Größenangaben und Altersbeschränkungen machen absolut Sinn. Die Fachleute und Entwickler geben diese Maßgabe aufgrund zahlreicher Tests aus und sie sollte daher auch aus eigener Sicherheit Beachtung finden.

Auch Schwangere haben keinen Zutritt in Achterbahnen. Die auftretenden Kräfte sind lebensgefährlich für den Embryo, auch wenn sie für die Fahrerin vielleicht harmlos aussehen.

Rückenprobleme sind ebenfalls nicht unbedingt zu Missachten. Eine Fahrt auf einem Coaster macht das alles nicht besser und zur eigenen Sicherheit sollte man auch ehrlich zu sich selbst sein.

Herzkrankheiten ist ebenso ein selbst abzuschätzendes Thema. Bei großen Bahnen steigt der Adrenalinspiegel und der Blutdruck drastisch. Außerdem wirken auch hier die Kräfte und können schnell zur Bedrohung werden. Einige Elemente, wie z.B. die Heartline-Roll sind extrem gefährlich für Menschen mit diesen Problemen.
 


Fazit:

Achterbahnfahren ist absolut sicher!
Wie im normalen Leben muss sich eben nur an die Regeln halten und auf Warnsignale des Körpers hören. Alles in allem hier noch einmal die Warnung an alle, die glauben den Helden spielen zu müssen. Lasst Euch nicht von anderen Menschen beeinflussen oder überreden... Die helfen Euch nicht, wenn es mal ernst wird.


Autor: Marco Fiege
Bilder: stock.xchng

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